Veröffentlichung aus dem Kundenmagazin der Oberhessischen Versorgungsbetriebe AG (OVAG)

LEBENSWERT UND ZUKUNFTSORIENTIERT

Ranstadt im Wetteraukreis

In unserer Serie „OVAG vor Ort“ stellen wir in jeder Ausgabe eine Stadt oder Gemeinde in unserem Versorgungsgebiet vor – anhand einiger jener Menschen, die sie prägen und zu einem lebenswerten Flecken Erde in unserer Region machen. Die Gemeinde Ranstadt liegt zentral im Wetteraukreis an den Bundesstraßen 275 und 457. Lebenswert und zukunftsorientiert – so beschreibt sich die Wetterauer Gemeinde mit rund 5.340 Einwohnern auf ihrer Homepage selbst. Und die fünf Ortsteile Ranstadt, Bellmuth, Bobenhausen I, Dauernheim und Ober-Mockstadt haben sowohl für Jung als auch Alt eine Menge zu bieten. Es gibt zahlreiche kulturelle Angebote sowie ein reges und rühriges Vereinsleben. Das Wappen der Gemeinde – mit dem schwarzen Hirschen – weist noch heute auf die Stolberger Vergangenheit hin. Im Ortsbild selbst verweist darauf noch heute das alte Hofgut. Es ist nicht das einzige Baudenkmal in der Gemeinde. Imposant ist beispielsweise auch die evangelische Pfarrkirche in Ober-Mockstadt, deren charakteristischer Turm von Weitem schon gut zu sehen ist.

Mehr Informationen: www.ranstadt.de

Für Cäcilia Reichert-Dietzel ist klar, wofür sie Politik macht: für ihr Zuhause. „Ranstadt ist für mich der schönste Ort der Welt“, sagt sie. Genau dieser persönliche Bezug prägt ihren Blick auf die Kommune. Ihr Weg in die Politik begann nicht im Rathaus, sondern in der Jugendarbeit. Sie engagierte sich in der kirchlichen Arbeit, begleitete Freizeiten und lernte dort, wie Gruppen funktionieren. Demokratische Prozesse, Diskussionen, Verantwortung: All das gehörte für sie von Anfang an dazu. Der entscheidende Impuls kam mit der Einführung der direkten Bürgermeisterwahl, die in der Gemeinde für Diskussionen sorgte. „Uns hat weniger die Person gestört als die Art der Entscheidungsfindung“, sagt sie. Gemeinsam mit rund 20 Gleichgesinnten wollte sie sich einbringen, stellte sich parteiübergreifend vor und entschied sich schließlich für die SPD. Auch wegen der Offenheit gegenüber jungen Stimmen. Mehr als zwei Jahrzehnte später prägt sie die Gemeinde entscheidend mit und hat dabei vor allem den Umgang miteinander im Blick. Mehr Zusammenarbeit auf Augenhöhe, weniger Lager denken, Orientierung an der Sache. „Wir müssen lernen, konstruktiver zu streiten“, sagt sie. Politisch, und gesellschaftlich.

Inhaltlich sieht sie die Kommune vor großen Herausforderungen. Gesellschaftliche Veränderungen, insbesondere in Familienstrukturen, verlangten
ein Umdenken. Gleichzeitig gehe es darum, Teilhabe für unterschiedliche Generationen und Bedürfnisse zu generieren. Ein zweites großes Thema ist für sie der Umgang mit Digitalisierung und künstlicher Intelligenz. Ablehnung sei keine Option. Gleichzeitig plädiert sie für einen bewussten Einsatz. Dieser Spagat zwischen Fortschritt und Menschlichkeit prägt viele ihrer Vorhaben. Die Verwaltung soll digitaler, effizienter und zunehmend papierlos werden. Gleichzeitig will sie den persönlichen Kontakt stärken, mit Raum für Gespräche, Zwischentöne und echtes Zuhören.

Dass ihr der persönliche Austausch wichtig ist, zeigt sich auch abseits des politischen Alltags. Sie nimmt sich bewusst Zeit für Gespräche, etwa mit älteren Bürgern, deren Lebensgeschichten sie sammelt und festhält. Ihre Freizeit verbringt sie am liebsten draußen. Orte wie die Hardt oder der Glauberg bedeuten für sie: Weitblick, Geschichte und Verbundenheit. Mit drei Worten fasst sie zusammen, wie sie die Gemeinde sieht: „Zuhause, modern, echt.“ Drei Begriffe, die nicht nur ein Gefühl beschreiben, sondern politischen Anspruch: eine Kommune gestalten, die sich entwickelt, ohne ihre Wurzeln zu verlieren.

Wo früher eine Scheune stand, sitzt heute die Zentrale eines Unternehmens mit rund 250 Mitarbeitern. Ralf Altvatter hat seinen Betrieb, dsa-altvatter GmbH, genau dort aufgebaut, wo er verwurzelt ist – in Bellmuth. Mit 21 Jahren macht er sich selbstständig. „Von null“, wie er sagt. Die Idee kommt eher zufällig: Während eines Nebenjobs beim Bund analysiert er Zahlen und erkennt das Potenzial im Dienstleistungsbereich rund ums Gebäude. Den nötigen Meistertitel im Gebäudereinigerhandwerk holt er kurzerhand 1995 in München nach.

1993 gründet Altvatter sein Unternehmen, aus dem 1997 die dsa-Altvatter GmbH hervorgeht. Heute umfasst das Portfolio klassische Gebäudereinigung, Sonderleistungen und alles rund um Hygiene und Versorgung. Gerade in der Corona-Zeit zahlt sich das aus: „Wir konnten liefern, während andere es nicht konnten.“

Wachstum ist für den Unternehmer selbstverständlich. „Wir haben uns jedes Jahr weiterentwickelt.“ Dabei setzt er früh auf Technik, eigene Software und inzwischen auch auf Robotik. Reinigungsmaschinen, die eigenständig arbeiten, gehören längst zum Alltag. Trotzdem bleibt das Unternehmen regional geprägt. Die meisten Mitarbeiter kommen aus der Umgebung, das Einsatzgebiet liegt im Umkreis von etwa 50 Kilometern. „Wir wollen hier vor Ort etwas bewegen“ • sagt er. Auffällig ist auch, wie Ralf Altvatter über die Arbeitsumgeoung spricht. Farben, Wasser, Energie, sogar Feng Shui spielen eine Rolle. „Ob man daran glaubt oder nicht, wir machen das seit 20 Jahren“, sagt er. Das Ziel: eine positive Atmosphäre für die Mitarbeiter. Und die scheint zu wirken. „Im Büro entstehen die Visionen.“

Für die Zukunft setzt er auf Weiterentwicklung und Übergabe. Schritt für Schritt will er jüngeren Kräften mehr Raum geben. Sein Anspruch bleibt derselbe: „Zielorientiert, menschlich, strukturiert.“ Was ihn bis heute antreibt? Vielleicht genau das, was ihn schon mit 21 starten ließ: die Überzeugung, dass man Dinge selbst in die Hand nehmen muss. Oder, wie er es selbst sagt: „Von nichts kommt nichts.“

Vielleicht ist es genau diese Haltung, die erklärt, warum Altvatter morgens immer noch mit einem Lächeln aufsteht. Am liebsten ist er dann draußen mit seinem Hund unterwegs. Hauptsache, die Sonne scheint mir ins Gesicht.“

Ralf Altvatter

Der Unternehmer